Der Starke.

Ich habe es oft versucht und ich weiß, ich werde es auch immer wieder versuchen.

Immer wieder habe ich versucht, der Starke zu sein. Der, der alle auffängt. Der, der für alle da ist. Immer wieder habe ich versucht, der zu sein, der die Last der anderen auf sich nimmt. Doch mittlerweile frage ich mich:"Bin ich wirklich der Starke? Bin ich wirklich der, der alles auf sich nehmen soll? Kann ich das?" Ich weiß, das klingt alles so dramatisch, als würde ich mich selbst als den sehen, der immer für andere da ist aber natürlich nie über seine eigenen Probleme redet. Ich weiß, es würde so aussehen, als würde ich mich selbst als DEN Kerl ansehen und es auch so darstellen. Aber eigentlich weiß ich, dass es nicht so ist. Eigentlich weiß ich, dass ich in keinem Fall der Starke bin, oder es jemals war. Es gibt eine Person, ein Mädchen. Ja, für dieses Mädchen werde ich immer der Starke sein. Für sie werde ich immer da sein, werde alles aufnehmen, wenn es sein muss, mehr als ich kann. Und ich habe tatsächlich noch Freunde, Freunde für die ich auch da sein werde, egal was passiert.

Aber selbst der stärkste hat Momente, in denen er nicht mehr kann. So gern ich immer für alle da wäre, manchmal kann ich es nicht. Manchmal brauche ich Zei für mich oder..jemanden der mir hilft? Ich habe 2-3 von diesen Menschen, aber kann ich ihnen wirklich sagen was mit mir los ist, oder was mit mir geschieht? Stehts will ich für sie da sein und sie nicht zusätzlich belasten. Aber auch ich muss über meine Probleme reden. Muss mir von der Seele reden, was mich beschäftigt. Ich habe in letzter Zeit viel nachgedacht. Ich hab gemerkt, ich bin sowohl der Starke, als auch der Schwache. Ich bin für andere da, ja. Und ich muss über meine eigenen Probleme reden. Doch meine eigenen Probleme kann ich eigentlich ziemlich gut runter spielen. Es fällt mir leicht, jemandem zu sagen:"Geh ins Bett, du bist müde." Es fällt mir leicht, zu sagen:" Nönö, mir gehts gut, aber sag mal, wie gehts dir eigentlich?" Ist das wirklich eine Stärke? Ist es stark, zu sagen:"mir gehts gut", auch wenn es nicht stimmt? Ist es stark, die Menschen, die einem wichtig sind zu belügen, nur um sie zu schützen? Ich weiß nicht. Einerseits denke ich mir, es ist stark. Man will die Menschen beschützen. Will ihnen kein Übel anhängen, mit dem man selbst nicht fertig wird. Aber ist es nicht auch schwach? So belügt man doch die, die einem wichtiog sind. Ist es nicht eine Schwäche, seine Probleme einfach zu unterdrücken, ja vor ihnen wegzurennen? Sie sich nich einzugestehen? Haben die mir wichtigen Menschen es doch irgendwie verdient, zu wissen was mit mir los ist.

Ich weiß im Moment einfach nicht, wer ich bin. Wo ich hingehöre. Ich habe eine Idee, von dem Weg den ich einschlagen will. Ich habe jemanden gefunden, der mich auf die richtige Bahn geworfen hat. Auf die Bahn, die zu mir selbst führt. In eine bessere Zukunft. Aber bin ich schon bereit, dieses Ich zu treffen? Ich will es sein, aber werde ich es wollen, wenn es vor mir steht? Ich weiß, ich brauche jemanden. Aber hier stehe ich wieder am Anfang des Konfliktes. Will ich so stark sein und es niemandem verraten, das mich all dies beschäftigt?

20.6.10 00:27

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen
Powered by 20six / MyBlog
Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung